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Was haben Kristalle, Glas und DNS gemeinsam?

Sie alle stellen innovative und neue Wege dar, die wachsende Nachfrage nach Speicherplatz für riesige Datenmengen zu befriedigen, sagt Nick Powling von Exertis Hammer.

 

Laut IDC, die bereits seit vielen Jahren einen Anstieg der Datenmengen voraussagen, könnte das digitale Universum bis zum Jahr 2025 auf über 160 Zettabytes (ZB) anwachsen.

 

Angetrieben wird dieser Zuwachs nicht zuletzt durch mehr und mehr Daten der Myriaden an sozialen und mobilen Aktivitäten. In ihrem Big Data Report berichten StorageCraft, dass in diesem Jahr die Gesamtanzahl der tagtäglich (durch Unternehmen und Verbraucher) verschickten E-Mails 281 Milliarden übersteigen wird. Bis 2022 soll sich diese Anzahl auf über 333 Milliarden erhöhen.

 

Nimmt man nun noch die durch das Internet der Dinge generierten Datenmengen hinzu – bei der unzählige verbundene Heimgeräte digitale Informationen hin- und herschicken – erscheinen die vorhergesagten 160ZB recht bescheiden.

 

Angesichts der fortwährend wachsenden Datenmengen steht die Speicherbranche vor der Herausforderung, der Nachfrage nach Speicherplatz gerecht zu werden. „Die momentan existierende Infrastruktur ist lediglich dazu in der Lage, einen Bruchteil der bevorstehenden Datenflut zu bewältigen, die bis zum Jahr 2040 das gesamte für Mikrochips geeignete Silikon verbrauchen soll“, wie Wired mutmaßt.

 

Zwar ist es nicht von der Hand zu weisen, dass nicht alle generierten Daten auch tatsächlich eine Zeit lang, oder überhaupt, aufbewahrt werden, wie Spectra Logic in seinem Digital Data Storage Outlook 2018 prognostiziert, doch sucht die Speicherbranche nichtsdestotrotz unablässig nach innovativen Wegen, um Datenzentren mit der notwendigen Kapazität auszustatten.

 

Hersteller wie WD, Toshiba oder Seagate ködern den Unternehmensmarkt bereits mit HDDs mit einer Kapazität von 14TB (wobei 16TB bereits in Vorbereitung sind) bzw. SSDs mit 12TB. Spectra Logic geht von einer deutlichen Wachstumsrate für SSDs bis zum Jahr 2020 aus; sie schätzen, dass die Festplattenbranche danach nur noch einen einzigen Markt bedienen wird, und zwar vorwiegend große IT-Läden und Cloud-Anbieter. „Mit den steigenden Datenmengen nimmt auch die Notwendigkeit innovativer Speicherlösungen zu, um den Anforderungen hinsichtlich Kapazität, Leistung und Kosten gerecht zu werden“, sagte Nathan Thompson, CEO von Spectra Logic.

 

Die Suche nach Lösungen kombiniert innovative Wege, Daten mithilfe konventioneller Medien zu speichern, mit der Suche nach neuen Formen, um enorme Datenmengen in winzigen Speichern unterzubringen.

 

Was den ersten Ansatz anbelangt, so sucht beispielsweise das Project Natick von Microsoft nach einer Möglichkeit, Datenzentren unter Wasser zu errichten. Dies verringert einerseits die dringende Notwendigkeit, geeignete Orte an Land zu finden, und trägt andererseits auf einfache Weise dazu bei, die Zentren zu kühlen. Daneben hat Island die Errichtung von innen hohlen Datenwolkenkratzern vorgeschlagen, in denen sich ein kühlender Luftstrom erzeugen ließe.

 

Wirklich aufregend sind jedoch die neuen Medienoptionen, die zudem mit durchaus originellen Überlegungen verbunden sind. Beispielsweise werden Kristalle oder DNS nachdrücklich als Datenspeicherlösungen der Zukunft angepriesen.

 

Zwar ist die Idee, Daten auf DNS zu speichern, nicht neu; doch steckt dieser Ansatz immer noch in den Kinderschuhen. Das Potenzial wird jedoch als riesengroß eingeschätzt. „Die Dichte des Informationsspeichers von DNS liegt mehrere Größenordnungen über der jedweder anderen bekannten Speichertechnologie“, wie Victor Zhirnov, der leitende Wissenschaftler der Semiconductor Research Corporation in Wired zitiert wird. Ein einzelnes Gramm DNS kann ungefähr 1ZB an Daten speichern und vier Gramm vermögen alle während eines Jahres erstellten Daten aufzunehmen. Die Herausforderung für die Branche besteht in der Erarbeitung von Möglichkeiten, diese Daten aus riesigen DNS-Depots abzurufen.

 

In der Zwischenzeit beschäftigen sich Erfinder mit der Verwendung von Kristallen als Speichermedium. „Salzkristalle in Nanogröße, die mithilfe von Laserlicht mit Daten bestückt werden, könnten die nächste Datenspeichertechnologie der Wahl darstellen“, meint Phys Org.

 

Was noch? Holografische Speicher stellen eine in Entwicklung befindliche Technologie dar, die die vollständige Tiefe herkömmlicher Festplatten nutzt (anstatt nur die Oberfläche) und in der Lage ist, Daten sicher auf mehreren Ebenen zu speichern und für etwas über 50 Jahre aufzubewahren.


Oder 5D-Glas-Festplatten; ein Prototyp von der Größe einer Zwei-Pfund-Münze, der 360TB Daten aufnehmen und Temperaturen von bis zu 190°C standhalten kann, wurde bereits umgesetzt und das verantwortliche Team glaubt, dass Daten auf diesen Festplatten für Milliarden von Jahren gespeichert werden können. Auch Hitachi hat eine 5D-Glas-Festplatte hergestellt. Sie verwendet Binärcode und ist 2mm dick; ein Stück Quarzglas mit einer Fläche von einem Quadratzoll kann bis zu 40Mb Daten tragen.

 

Ausnahmslos Pionierleistungen. Doch vergessen wir nicht auf die altehrwürdigeren Arten, Daten zu speichern. Laut dem CEO von Quantum dienen Bänder noch immer dazu, die wachsende Nachfrage der Videoüberwachungs-, Medien- und Unterhaltungsbranche zu befriedigen. Sony hat ein Magnetkassettenband entwickelt, das pro Quadratzoll 148GB an Daten aufnehmen kann. Es verwendet eine Technik namens Sputterdeposition, bei der eine Polymerfolie mit Argonionen beschossen wird, um eine hauchfeine magnetische Kristallbeschichtung zu erzeugen.

 

Die Quintessenz lautet, dass unabhängig von Ihren Speicherbedürfnissen – Band für tiefes Archivieren oder HDDs und SSDs für die modernen Anforderungen von Massendaten – Exertis Hammer die benötigten Lösungen sowie Einblicke in die Entwicklung der Branche bieten kann.

Source: Exertis Hammer
Published Date: 27/11/2018

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